Tipps & Tricks
Erste Hilfe im Juli: Hilfe nach einem Zeckenbiss (2. Teil)
von Olaf am Samstag, den 26. Juli 2008Und so ist nach einer Zeckenbiss in der Praxis richtig zu helfen:
Die Zecke muss schnellstmöglich und schonend entfernt werden (allerspätestens nach 36 Stunden).
Traut man sich die Zeckenentfernung selbst nicht zu, bleibt genug Zeit einen Arzt aufzusuchen.
Zecke so nahe an der Haut wie möglich und oberhalb des Stechwerkzeuges behutsam fassen (sehr feine aber feste Pinzette, feine Zeckenzange, Fingernägel o. ä.) und die Zecke mit kontinuierlichen und festem Zug entfernen.
Langes hantieren an der Zecke und Quetschen des Zeckenkörpers dabei unbedingt vermeiden.
Sollte der Saugrüssel in der Haut stecken bleiben ist das nicht schlimm. Der menschliche Körper erkennt ihn als Fremdkörper und stößt ihn ab.
Dabei kann es zu Entzündungsreaktionen kommen.
Gelingt die Zeckenentfernung nicht oder nur unvollständig unbedingt einen Arzt aufsuchen.
Merke: Zecke niemals mit Öl, Leim, Klebstoff oder Sonstigen in der Absicht benetzen, sie abzutöten. Die Zecke wehrt sich in Ihrem Todeskampf dagegen und stößt vermehrt Krankheitserreger aus.
80 % der Erkrankungen (Borreliose und FSME) sollen noch immer auf derartige Quetschungen und Vorbehandlungen der Zecke zurückzuführen sein!
Zeckenbiss sorgfältig desinfizieren, beugt einer Wundinfektion vor. Impfschutz gegen Tetanus überprüfen lassen
Zeckenbiss und auch nur ein vermuteter Zeckenbiss ist , sorgfältig zu dokumentieren
- Wann erfolgte der Biss (vermutlich, wurde Zeckenbiss festgestellt)
- Wo erfolgte der Biss
- Wann wurde die Zecke entfernt.
Zecke ggf. In einem Döschen aufbewahren (Beschriften für evtl. spätere Analysen der Zecke, Zecke aufbewahren)
Bissstelle in den nächsten Tagen und Wochen (mindestens vier Wochen) sorgfältig beobachten.
Spätestens beim Auftreten auffälliger Beschwerden:
ringförmige Rötung (Wanderröte), Ausschlag, grippeartige Beschwerden, Gelenk- und Kopfschmerzen oder Übelkeit unbedingt einem Arzt aufsuchen.
Zeckenbissdokumentation als Gedächtnisstütze mitnehmen.
Weitere Informationen:
Robert-Koch-Institut (RKI)
www.zecke.de
Centers für Disease Control and Prevention (CDC)


