Früher, als die Welt noch übersichtlich war, war in Kleve alles schön antipodisch strukturiert: Es gab eine Ober- und eine Unterstadt, es gab eine Schuhfabrik und ein Margarinewerk. Wer „Schüsterken” war und zu seiner proletarischen Herkunft stand, spielte beim SC 63 Kleve Fußball, das waren die „Blauen”. Die etwas besseren Kreise, die in der Fettproduktion tätig waren, tummelten sich dagegen bei den „Roten”, dem VfB 03 Kleve. Infolgedessen wurde der Verein auch einfach „de Botter” genannt. Heute existiert weder das eine noch das andere Werk, und auch die schöne zweigeteilte Fußballwelt, die früher Tausende zu den Lokalderbys ins Stadion zog, ist passé. Ein örtlicher Großunternehmer, der kaum in der Öffentlichkeit auftritt, fädelte die Fusion ein, indem er den heimlichen Herrscher der Stadt, den Sparkassenchef, in seiner bekannt wortkargen Art aufforderte, sich für einen Zusammenschluss der beiden Vereine zu engagieren: „Wie isset, machste mit?”
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