Geschichten aus dem Ort

Aufgeschnappt: zielgerichtete Werbung

von Alexander am Montag, den 26. Januar 2009

Werbung im weitesten und ursprünglichsten Sinne soll den Betrachter motivieren und bei ihm Bedürfnisse wecken, die dazu führen, das beworbene Produkt oder die beworbene Dienstleistung käuflich erwerben zu wollen.

Die Zielgruppe ist dabei ein wichtiges Kriterium, die der Werbetreibende beachten muss. So legt er fest, welche Personen als Käuferkreis für das Produkt infrage kommen und passt neben dem Produkt- und Verpackungsdesign auch die Werbestrategie dieser Zielgruppe an.
Handelt es sich bei dem Produkt etwa um ein Telefon für Senioren, wird man die Verpackung informativ und einfach gestalten, das Produkt funktional und bedarfsgerecht. Bei einem Skateboard für Jugendliche und junge Erwachsene jedoch wird man auf Sportlichkeit und szenengerechte Gestaltung achten.

So verhält es sich natürlich auch bei der Werbung. Man kann dies am besten mit den Begriffen der “Streuung” oder des “Targeting” beschreiben. Mit welcher Werbemaßnahme und über welches Medium erreiche ich am besten und kosteneffizientesten die Zielgruppe?  Bei dem zuvor genannten Telefon wird man dies vermutlich nicht mit einem persönlichen Anruf  versuchen, genauso wenig wie man nachts auf Sportsendern für Kinderspielzeug wirbt, bei “Sex and the City” den “Gilette Mach 3″  schmackhaft machen will oder in einer Fußballzeitschrift Treppenlifte anpreist.

Ohne zu unterstellen, dass sich zu den Zeiten oder in den Medien womöglich doch Bedürfnisse wecken lassen, sind die Kosten pro angesprochener Person in der definierten Zielgruppe enorm und die Streuverluste, also die angesprochenen, falschen Adressaten, sehr hoch. Logischerweise versucht dies ein jeder Werbetreibende irgendwie zu vermeiden, informiert sich, wie er seine Zielgruppe am besten erreicht. Dabei spielt die Zusammenarbeit mit dem Werbeträger, also dem Fernsehsender, der Zeitung oder dem Internetmagazin, bzw. der Agentur, die dort Werbeplätze vermarktet, eine große Rolle.

Mit diesem Hintergrund und dem Wissen über die fehlende oder sehr schwache DSL-Verfügbarkeit in großen Teilen unserer Gemeinde (Alt-Lotte, Halen und Wersen) ist mir am Samstag die Titelseite der Westfälischen Tagespost in der Neuen Osnabrücker Zeitung aufgefallen:

Zielgerichtete DSL-Werbung in Lotte - NOZ vom 23.01.2009

Selbstverständlich gibt es Werbetreibende, die, oftmals mit einer öffentlichen Hand im Hintergrund, bei der Unterstützung lokaler Medien helfen, aber irgendwo sollte zumindest der Werbeträger auf den Umstand mit der Zielgruppe hinweisen, geht es doch dabei um ein paar tausend Euro pro Anzeige. Die Tatsache, dass auf den folgenden Seiten auch Adressaten in Westerkappeln angesprochen werden könnten, ist dem gerechter Weise hinzu zu fügen.

Interessant am Rande: auch bei dieser Werbung, die Stefan Niggemeier aufgreift, mag aus mancher Sicht etwas schief gelaufen sein: Hier klicken

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